15. Dez 190315. Dezember 1903

Rosendahl. 15.12.1903. / Nach einem möglichst theuren / Abendmahl befinde ich mich / wohl in °S° Saal a manger / Bald bin ich im Amsterdam / In mir ist Weihnachstimmung / mit Überaschungen / Madame, °Voulez-° / °vous me env° Sur / mon piano est une / boite noir avec / des lettres. °Voulez-° / °vous m’envoyer° / °les cinq pleniers°

Rosendahl ... Bald bin ich in Amsterdam: Rozendaal, Vorort von Arnhem. Max Beckmann befand sich im Zug in das noch ca. 100 km entfernte Amsterdam.
Saal a manger: fr salle à manger, Esszimmer, hier: Speisewagen im Zug nach Amsterdam.
Voulez-vous ... lettres: fr Voulez-vous m’envoyer ... Sur mon piano est une boîte noire ave des lettres, Würden Sie mir ... schicken. Auf meinem Klavier ist eine schwarze Schachtel/ein schwarzer Kasten. Es handelt sich um die Bitte an Max Beckmanns Pariser Vermieterin Madame Fusther, ihm Minna Beckmann-Tubes Briefe mit deren Amsterdamer Adresse nachzusenden. Vgl. Erinnerungen Minna Beckmann-Tube, S. 166: „Ich wohnte in einem der schmalen Heerengracht-Häuser, ging brav jeden Morgen ins Museum und kopierte. Eines Tages, es war am 15. Dezember, fühlte ich mich sehr beobachtet, wagte aber nicht mich umzuschauen (…); erst als ich eine Rechtsschwenkung für eine Brücke machen mußte, riskierte ich einen Blick nach hinten und sah Max Beckmann. Er hatte sich hinter einer Litfaßsäule vor meinem Haus versteckt und hatte mich verfolgt.“

Beckmann-Tube, Minna: Erinnerungen an Max Beckmann. In: Max Beckmann. Frühe Tagebücher 1903/04 und 1912/13. Hg. und kommentiert von Doris Schmidt. München/Zürich 1985, S. 1166;

Technische Angaben: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1903, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1903/3895