<Sonnabend. 16.1.> 09 / Morgens °br° weiter am Straßen- / bild gearbeitet. Dann früher / in die Stadt um noch / zu Schocken zu gehen. / Er war müde mußte auch / einer plötzlich notwendigen / Einladung folgen bald / gehen. Sah noch schnell / sein neues Bild die badenden / °F° oder vielmehr sich / trocknenden Frauen. Schöne / Stellen, fällt aber vorläufig / noch auseinander. / Traf dann Röhsler im Kaffé / Stellte fest daß Herr / Scheffler in seiner Kritik / über die Schwarz-Weiß / austellung mich garnicht / erwähnt, trotzdem ich / 15 Zeichnungen aus- / gestellt und Schocken / und die Unruhschüler / versetzt hatte. Spaßhaft! / Aß dann bei R. mit / zu Abend. Nachher Kaffé / Kolbe Tuch Rößler et moi / Kolbe muffig und müde. / Zeigte immer klarer wie / fremd er mir eigentlich ist / trotz seiner freundschafts- / versicherungen. Nicht angenehmer / Ton. Er ging angenehmer / Weise früher so daß wir / drei noch etwas allein / blieben, was sehr nett / und gemütlich war. / Verabredung für nächsten / Sonnabend. –
Straßenbild: „Szene aus der Friedrichstraße“, MB-G 123.
Schocken ... neues Bild: Wilhelm Schockens im Entstehen befindliches Werk von badenden Frauen am Strand, vgl. Eintrag vom 09.01.1909.
Röhsler: Waldemar Rösler.
Scheffler Kritik Schwarz-Weißaustellung: Karl Scheffler: Schwarz-Weiss. In: Kunst und Künstler 7, 1909, S. 185–186.
15 Zeichnungen: In der Sechzehnten Ausstellung der Berliner Secession waren elf Zeichnungen von Max Beckmann ausgestellt, Kat. Nr. 61 bis 71.
Unruhschüler: Schüler von Fritz von Unruh, Personen nicht ermittelt.
Tuch: Kurt Tuch.
bei R. mit zu Abend: Max Beckmann aß bei Oda und Waldemar Rösler zu Abend.