27. Jan 190927. Januar 1909
Dieser Eintrag enthält mehrere Abbildungen:

<Mittwoch.°x° d. 2.7.>1.09 / Eben sind Schockens weg- / gegangen sie waren Nach- / mittag und Abend hier. / Haben Bilder besehen viel / geredet und genölt. / Gingen auch zu Fuß nach / Schulzendorf und zurück / Es macht mich immer traurig, / wenn ich so sehe wie wenig / man doch verstanden wird. / Hing da zufällig eine / Reproduction meiner jungen / Männer am Meer an der / Wand. Schocken war ganz / begeistert, Es ist doch komisch / daß allen Leuten immer das / unpersönlichste am Besten / gefällt. Mit meiner Per- / sönlichkeit renn ich wie / Unsichtbar umher. Acch Gott / wenn Du nicht zu der / schönen Kunst auch noch den / verfluchten Ehrgeiz die / Mutterliebe der Künster für / ihre Bilder gesetzt hättest. / Wie schön könnte das / seieen. Da habe ich nun / die Kreuzigung die Schlacht / die Akte die Sintfluth / die Auferstehung ect / ect gemalt aber nein / die jungen Männer am Meer. / Na –

Schockens: Sophie Meyer-Schocken und Wilhelm Schocken.
Schulzendorf: Nachbargemeinde von Hermsdorf, etwa 4 km entfernt.
Reproduction meiner jungen Männer am Meer: „Junge Männer am Meer“, MB-G 018.
die Kreuzigung: „Kreuzigung Christi“, MB-G 119.
die Schlacht: „Die Schlacht“, MB-G 085.
die Akte: Vermutl. „Drei Frauen im Atelier“, MB-G 101. Falls hier mit „die Akte“mehrere Gemälde gemeint sind, kämen folgende Werke infrage: „Weiblicher Rückenakt“, MB-G 069, „Akt der alten Frau“, MB-G 047, oder „Weiblicher Akt“, MB-G 103. Alle Gemälde befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in Beckmanns Besitz.
die Sintfluth: „Sintflut“, MB-G 097.
die Auferstehung: „Auferstehung“, MB-G 104.

  • MB-G 018
  • MB-G 119
  • MB-G 085
  • MB-G 069
  • MB-G 047
  • MB-G 103
  • MB-G 097
  • MB-G 104
  • MB-G 101

Technische Angaben: unliniert, gebunden in helles Leinen
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1909, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1909/3461