10. Okt 194310. Oktober 1943

Sont. 10. Okt. / Naja warten wir ab was das Leben / uns noch bringt. Vorläufig sieht es dunkel / genug aus. Und leider hab ich oft recht. / Trotzdem wir haben gekratzt und gekratzt aus / lauter Genauigkeit, bis fast nicht’s mehr / überblieb. War die Lebenslüge doch das / Richtige - - ? Selbst eigene Cadaverknochen / sollen uns nicht hindern, bis zum letzten Moment / unsern Mann zu stehen, stolz und müde gegenüber / der schwarzen Wand die um uns gezogen – / Mit Quappi im Amstel Hedda war 1. Mal / ganz nett

Quappi: Mathilde Q. Beckmann.
Amstel: Café-Restaurant im Amstel Hotel.
Hedda: Hedda Schoonderbeek.

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1943, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1943/1055