14. Dez 194314. Dezember 1943

Dienst. 14 Dez. 43. Große / Wetterdrehung. Göpl. lebt / wieder. War in Frankfurt wo / „Gutti’s Hand“ einen großen / Erfolg hatte. Im erlauchten Kreis / Erstaulich wenn manchmal Dinge / real werden an die man schon nicht / mehr geglaubt hat, trotz und 2 / Catastrophen in Berlin u. Leipzig. – / Dann naturelement Ei im Cognag / und für Tusday. War wieder sehr / hübsch! Abends im ganz guten Kino / mit Q. u bei Dorius Fischfricadellen / Also man lebt wieder – / Na – ja. – – –

Göpl. lebt wieder: Erhard Göpel. Max Beckmann war vermutl. in Sorge gewesen, dass Erhard Göpel bei dem Bombenangriff auf Leipzig am 04.12.1943 getötet worden sein könnte.
„Gutti’s Hand“: Goethes Faust. Hier sind Max Beckmanns Zeichnungen zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust II“, MB-Z 000, gemeint, die Erhard Göpel in Frankfurt unter anderen Georg Hartmann, dem Auftraggeber und Druckereibesitzer, gezeigt hatte. Am 18.12.1944 überbrachte Erhard Göpel eine Honorarzahlung von Georg Hartmann über 2000 Reichsmark, vgl. Eintrag vom 18.12.1943.
2 Catastrophen in Berlin u. Leipzig: Bombenangriffe auf Berlin am 2.12.1943 und 3.12.1943 sowie auf Leipzig am 4.12.1943.
Ei im Cognag und für Tusday: E. getroffen und für Dienstag verabredet. Bei E. handelt es sich um eine häufig erwähnte Person, sie ist nicht ermittelt.
Kino: Film nicht ermittelt.
Q.: Mathilde Q. Beckmann.
bei Dorius: Dorrius, Restaurant.

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1943, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1943/833