.43 / 28 Nov. Sonntag / 2 Elefantenbilder entworfen – / Gute Stimmung auch im Cabarett / trotz Sonntag. Es scheint mir trotz / allen Dramen der Welt doch wirklich / besser zu gehen. – Mein Gott seit / wieviel Jahren. Gide Isabelle: / „Kurz vorher noch lächelt einem alle zu / und man gab allen ein frohes Lächeln zurück / – da steigt mit einmal ein / rußartiger Rauch aus den Tiefen der / Seele und stellt sich zwischen Wunsch / und Leben.– wie ein fahler Vorhang trennt / er uns von d. übrigen Welt, und ihre / Wärme, ihre Liebe, ihre Farben, ihre / Harmonie kommt verwandelt zurück / u. ihre neue Gestalt erkennen wir nicht / mehr und obgleich man innerlich ohne Leben ist / würde einen d. verzweifete Bemühen, die trennende / Wand vor d. Seele zu durchbrechen, zu allen / <Verbrechen> führen. z. Mord, Selbstmord, Wahnsinn . . . / – Gide –
Zwei Elefantenbilder: „Elefant und Clown im Stall“, MB-G 656 und „Elefanten im Variété“, MB-G 661. Diese Gemälde könnten von dem Besuch des Zirkuses am 22.11.1943 inspiriert worden sein.
Cabarett: Tuschinski, Kinopalast mit Kabarett, von den deutschen Besatzern umbenannt in „Tivoli“. Identifizierung durch mehrere Einträge mit Nennung des „Tivoli“ in der Agenda von Mathilde Q. Beckmann.
Gide Isabelle: Lektüre und Zitat aus „Isabelle“ von André Gide. In Max Beckmanns Bibliothek ist kein Exemplar des Buches erhalten.