17. Okt 194617. Oktober 1946

Donnerstag 17. Okt. 46 / T’ja man hat schon manches durch- / gemacht. Dachte eben an die Pariser / Zeit vor dem Krieg in der rue’ / Mein Gehirn muß eigentlich / ganz gut sein, denn niemals / stand ich so dicht vorm Wahnsinn / – Na vorbei – noch leben / wir, teils ist’s erheblich uninteressanter / geworden – teils nährt man / ja langsam sich dem Ende / der Tragödie – / Gefitzt an d. Syderzee / vor d. ^. ganz nett

Pariser Zeit vor dem Krieg: Vermutl. bezieht sich Max Beckmann hier auf seinen ersten Paris-Aufenthalt vom Herbst 1903 bis März 1904, wo er in der Rue Notre-Dame des Champs Nr. 117 wohnte. Es könnte aber auch sein Aufenthalt von Oktober 1938 bis Juni 1939 gemeint sein, während dessen er eine Wohnung in der Rue Massenet Nr. 17 mietete. Der Kriegsbeginn mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 01.09.1939 verhinderte eine Rückkehr nach Paris.
Gefitzt: nl gefietst, Fahrrad gefahren.
Syderzee: Zuiderzee.
vor d. ^.: Friedrich Vordemberge-Gildewart.

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1946, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1946/668