<Chashotel> St. Louis / Sonnb. – Sonntag 20. 21. Sept. / Die Hitze ist Gott sei Dank / vorüber. Viel Regen v. Sonntag / der hier recht easy ist. Gestern / Abend u Nachm. noch ziemlich / endlose Partie u. Abendessen bei / Pery. 2 Architekten 1. Pulitzer / (letzterer war sehr erhaben) eine / Martha Frau (sehr rote) mit schatten / haften Man (hatte Schafe verloren) / Na mühsam – vieleicht ganz / nett – aber – wenn schon – / werden wahrscheinlich (15 Dollar) doch / noch hier im Hotel bleiben und / endlos dehnt sich die Wanderung / wohin, u. wozu weiß ich nicht – / Am Sonnabend war die Hitze noch / so stark, daß es fast unmöglich / war zu leben, so daß Pulitzer sagte: ich hoffe Sie wiederzusehen wenn es / etwas kühler ist [re. Rand:] <X!!>
Sonnb. – Sonntag 20. 21. Sept.: Der Eintrag gilt für beide Tage, den 20.09.1947 und den 21.09.1947.
Chashotel: Chase Park Plaza Hotel.
recht easy: en recht leicht, locker.
Partie … Pery: Party bei Perry T. Rathbone.
2 Architekten: Einer der beiden Architekten war vermutl. der mit Rathbone befreundete William Bernoudy. Es ist nicht ermittelt, auf wen sich der handschriftliche Kommentar von Erhard Göpel im Handexemplar Tagebücher 1940–1950 bezieht: „Member of control board ± 40 auch Junggeselle (Poky) Polk Junggeselle (Inhaber eines Ladens für Innenarchitektur Interior Decoration [)]“
Pulitzer: Max Beckmanns erste Begegnung mit Joseph Pulitzer, der ohne seine Frau Louise kam.
Martha Frau: Martha Love.
mit schattenhaften Man: Person nicht ermittelt, vermutl. die Begleitung von Martha Love.
15 Dollar: Vermutl. Preis für das Zimmer im Chase Park Plaza Hotel pro Nacht.
Handexemplar von Erhard Göpel mit Annotationen: Max Beckmann. Tagebücher 1940–1950. Zusammengestellt von Mathilde Q. Beckmann. Herausgegeben von Erhard Göpel. München 1955, S. 210, Max Beckmann Archiv;
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1947, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv