Dienst. °°2°° 2 °°August°° ~Sept~ 47 / <Westerdam> / Rauhe See fast Sturm. Q. / bleibt im Bett auch ich kämpfte / etwas mit d. Zeeziekte. Viel / Cognac (5) bis zum Lunch. / Nachmitt. ging der Sturm weiter / haushoch stand die wilde See / – Immerhin – kann noch schlimmer / werden. – Lunch gut gefressen / und des Nachm. u. Abend dieselbe / Leier. Durch Alkohol einiger- / maßen geschützt besah ich / mir die maßlose Welt. – / Abends war [Bildzeichen: Jockey auf Pferd]chenspiel / lustig englisch u. draußen / grollten die Seeriesen – Sollen / wir ihn nun endlich umbringen diesen / frechen Hund – oder noch ein / bischen laufen lassen? 6 verschieden hohe Seen 3 an Tischtennis u. ein melanholische / Mann / [re. Rand, 90 Grad gedreht:] Unterhielt mich zwischendurch häufig m. Th. Mann / u. Frau
Westerdam: Passagierdampfer der Holland-America Lijn, mit dem Mathilde Q. und Max Beckmann am 29.08.1947 in Rotterdam ablegten und am 08.09.1947 in New York eintrafen, vgl. Einträge vom 29.08.1947 und 08.09.1947.
Q.: Mathilde Q. Beckmann.
Zeeziekte: nl Seekrankheit.
[Bildzeichen: Jockey auf Pferd]chenspiel: Es handelt sich um das beliebte englische Spiel „Horse Race“, bei dem ein Pferderennen simuliert wird. Thomas Mann notierte am 03.09.1947 in seinem Tagebuch: „Gestern waren Horse races, wir sahen eine Weile zu. Beckmann, mit dem wir uns nachmittags unterhalten, studierte seßhaft den Anblick.“