Sont. 10. August. / Puh morgens um 6 Uhr zurück / von „Blumencorso“ eine / letzte Nacht. Dachte eigentlich / ohmächtig zu werden, wurde / aber nicht’s. – Tja. Morgens / etwas gefitzt im botanischen / Garten, war herrlich so viele / schöne u. seltene Blumen. (Lotos) / vitorig regien chospe – na – / ausruhend. Nachm. Frommel der sogar / den Nettesheim zurückbrachte. Dafür / erhielt er ihn auch geschenkt. Sah / Jupiter u. junge Männer. – / Recht nett mal wieder. / Abends chinesisch u. Kitschbuch [re. Rand, 90 Grad gedreht:] Schrieb an Lackner / wegen d. 500
„Blumencorso“: „Blumenkorso in Nizza“, MB-G 747.
gefitzt: nl gefietst, Fahrrad gefahren.
im botanischen Garten: Hortus Botanicus.
vitorig regien chospe: Vermutl. Knospe der Victoria Regia.
Frommel der sogar den Nettesheim zurückbrachte: Wolfgang Frommel brachte ein nicht ermitteltes Buch von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim. In Max Beckmanns Bibliothek ist kein Buch des Autors erhalten.
Frommel ... Sah Jupiter u. junge Männer: Max Beckmann zeigte Wolfgang Frommel die Gemälde „Jupiter“, MB-G 791, und „Kleines Bild mit Badenden“, MB-G 831.
chinesisch: Chinesisches Restaurant, nicht ermittelt.
Kitschbuch: Nicht ermittelt.
Schrieb an Lackner wegen d. 500: Brief an Stephan Lackner. In dem Brief wird die Geldsendung lediglich umschrieben: „senden Sie das öfter besprochene möglichst umgehend an mich per Buchholz Galerie New York“. Vgl. Max Beckmann Briefe III.
Max Beckmann Briefe. Herausgegeben von Klaus Gallwitz, Uwe M. Schneede und Stephan von Wiese unter Mitarbeit von Barbara Golz. Band III: 1937–1950. Bearbeitet von Klaus Gallwitz unter Mitarbeit von Ursula Harter. München/Zürich 1996, Nr. 827, S. 177
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1947, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv