18. Aug 194718. August 1947
Dieser Eintrag enthält mehrere Abbildungen:

Mont. 18. August 47 / noch etwas „typus“ u. schlechter Laune / weil Schifffahrtskartenentscheidung / erst morgen kommt. Gefitzt / und tote Seehunde festgestellt. / Sehr traurig. Heute Abend Abschied / v. Haas u. Pitz auch nicht gerade / begeistert. Eben ruft Lüttjens / an wegen Übernahme der / letzten Sachen. Gräßlich dabei / weiß ich noch nicht einmal was / wird. Vieleicht fahre ich doch noch / nach Deutschland, wenn die Schiff- / geschichte nicht klappt. Na – wir / müssen sehen. Jedenfalls ist / es noch immer schrecklich heiß / um 25 – 30 Grad. / Unglaublich / Fortsetzung von 18 A. 47 / Noch nachzutragen wäre / daß nach Abschied v. Piz u. Has / Abends um 9 Uhr. Mister David / aus Minianopolis erschien und / mit großen US Elan seine / Freundschaft bezeugte. Hatte / wieder ganz interessante Ein- / blicke in den Zukunftsstatt / Zum Schluß kaufte er noch das / alte Aquarell der Affe d. die / Ewigkeit malt für 150 $ / Ganz angenehm und außerdem / scheint es kühler ge- / worden zu seien. / –

noch etwas typus: Reaktion auf die Typhusimpfung vom 16.08.1947, vgl. Eintrag vom 16.08.1947.
Schifffahrtskartenentscheidung: Es war sehr schwierig, Tickets für die Schiffspassage nach New York zu erhalten und die Reise in die USA anzutreten. Mathilde Q. und Max Beckmann wurden in St. Louis erwartet, da der Maler dort einen Lehrauftrag an der Washington University School of Fine Arts angenommen hatte, vgl. Eintrag vom 06.06.1947.
Gefitzt: nl gefietst, Fahrrad gefahren.
Abschied v. Haas u. Pitz / Piz u. Has: Abschied von Henriette und Marie-Louise von Motesiczky. Marie-Louise von Motesiczky hatte sich seit dem 02.08.1947, Henriette von Motesiczky seit dem 13.08.1947 in Amsterdam aufgehalten, vgl. Einträge vom 02.08.1947 und 13.08.1947.
Lüttjens: Helmuth Lütjens.
Übernahme der letzten Sachen: Mathilde Q. und Max Beckmann gaben ihre Wohnung in Amsterdam nicht auf, verteilten aber vermutl. einige Dinge wegen der bevorstehenden Reise in die USA.
A.: Amsterdam.
Mister David aus Minianopolis: Richard S. Davis aus Minneapolis.
alte Aquarell der Affe d. die Ewigkeit malt für 150 $: Herr Davis kaufte das Aquarell „Der Affe, der die Ewigkeit malt“, MB-A/P 89, für 150 Dollar.

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1947, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1947/2126