27. Sep 194827. September 1948

warm / St. Louis / <Ankunft in> / <St. Louis> / um ½ 4 abgeholt von Famili Dean / und Conway sitzt d. pauvre / Odyseus wieder an seinem grünen / Tisch und ist warm u. stark / deprimé. – So – nun kann / das Alter beginnen, ich X / erwarte nicht’s mehr und / man wird so als alter Mann / dahin leben bis zum / bitteren Ende. – Freude? / Worüber – daß es anderen / noch schlechter geht? <Je m’en fiche> [li. Rand, 90 Grad gedreht:] Ziemliche Debaclestimmung

Famili Dean und Conway: Gwen und Kenneth E. Hudson, vermutl. mit ihrer Tochter Ann Lee, sowie Helen und Fred Conway, holten Mathilde Q. und Max Beckmann vom Bahnhof ab und brachten sie mit ihrem Gepäck in zwei Autos in ihre Wohnung vom Vorjahr am 6916 Millbrook Boulevard, heute Forest Park Parkway, vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda.
d. pauvre Odyseus: fr der arme Odysseus. Max Beckmann identifizierte sich häufig mit dem Helden der griechischen Mythologie, v. a. aufgrund von dessen zehnjähriger Irrfahrt auf der Heimreise nach Ithaka.
deprimé: fr déprimé, deprimiert.
X: Vermutl. Zeichen für sexuelles Erlebnis.
je m’en fiche: fr es ist mir egal.

Mathilde Q. Beckmann Agenda, 27.09.1948. Agenden 1941–1950 (1942 nur als Transkription), Privatbesitz;

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1948, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1948/3614