nebelwarm. – / noch etwas am Waly. / Es kann kann ja immerhin noch etwas / länger dauern – das Leben – also / müssen wir weiter murksen um nicht / in zu elende Situationen zu geraten – / die weiter doch, zur Zeit etwas zurück- / gedrängt, dunkel drohen – / Neugierig bin ich nur wie ich mich im Falle / einer wirklich schweren Erkrankung be- / nehmen werde und als weiser Lebens- / esel baut man etwas vor. / Viele meiner Mitlebenden sind – mehr / oder weniger freiwillig schon hinter den / eisernen Vorhang getreten und ich bin / noch immer da um unotiges Fragen immer / weiter durch die Illusion v. Zeit und Raum / zu tragen. – Man weiß nicht’s. Vieleicht / sind es auch nötige u. wichtige Fragen, / wenn es auch recht ermüdend ist, diesen / melancholischen Frage u. Antwortspiel / immer wieder zu zu sehen u. selber – ach / ja – selber immer wieder mitspielen zu / müssen – nun es bleibt uns nicht’ s andres / übrig. – Was kann ich noch Neues dazu / tun. – Möglich wenn meine Nerven gründlich / ausgeruht sind – sehr gründlich – nach all d. Elend / möglich? möglich? – Wer kann es sagen? [re. Rand, 90 Grad gedreht:] No Post – No Triomphe. German Heidenreich zum Tee.
Waly: „Bildnis Walter Barker“, MB-G 768.
No Post: Seit über einer Woche hatte Max Beckmann keine Post erhalten, vgl. Eintrag vom 26.10.1948.
German Heidenreich: en German, Deutscher. Ludwig Heydenreich. Mathilde Q. Beckmann notierte in ihrer Agenda: „Nachmittag kam Heidenreich, Nachfolger von Janson, zarte Seele liebenswürdig aber etwas langweilig. Die Deutschen haben jetzt alle verbogene Seelen wenn sie aus Deutschland kommen.“