St. Louis / Ziemlich alberner Tag des / Morgens Besuch v. Mr. u. Mrs. Popp / aus Washington die die Exposition / weiterführen wollen und unter / Beifallsgeschrei <nicht’s> kauften / Sie ist eine Deutsche (Jüdin?) und / er ein wackerer Porzellanmuseums- / Direktor – na ja man / ärgert sich. / Dann Mr. Becker um 5 / Uhr zum Tee eine liebens- / würdige Belanglosigkeit mit / abstrakten Vorzeichen. / So als ob man aromatischen / Caugummi geluscht hat. / That’ s all dazu non Verdauung / schon seit 3 Wochen Perymüdigkeit / und nicht’s verkauft Gute / Nacht
Mr. u. Mrs. Popp … Porzellanmuseums-Direktor: Vermutl. John Alexander und Annemarie Pope. Mathilde Q. Beckmann notierte in ihrer Agenda den Namen „Pope“. Das Ehepaar war auch zu Gast auf Perry T. Rathbones Dinnerparty, vgl. Eintrag vom 30.10.1948. Annemarie Pope, geb. Henle, war Deutsche. John Alexander Pope war ab 1946 Assistent des Direktors und ab 1962 Museumsdirektor der Freer Gallery in Washington, D. C.
Exposition weiterführen: Nicht ermittelt. Offenbar wollte John Alexander Pope, dass die Freer Gallery of Art in Washington, D. C., für die er tätig war, die Ausstellung „Max Beckmann 1948. Retrospective Exhibition“, die vom 10.05.1948 bis 28.06.1948 im City Art Museum in St. Louis stattgefunden hatte, übernimmt. Die Ausstellung wurde im Anschluss an sieben weiteren Stationen in den USA, allerdings nicht in Washington, D. C., gezeigt.
Mr. Becker: Frederick „Fred“ Becker.
Perymüdigkeit: Max Beckmann war erschöpft von der Arbeit am „Bildnis Perry T. Rathbone“, MB-G 773.