St. Louis / warm / [CLOUDY] / Morgens Besuch von / Conway der sehr begeistert da und / überhaupt ein ganz ulkiger Kerl ist / besahen noch Schüler u. sein Studio / mit etwas mühsam modern romatischen / Bilder u. wurden von ihm mit Dean / zusammen in's Meatrans [?] od. so ein / geladen wo plötzlich auch Andrea / mit semmelblonden Jüngling de- / velopirend erschien – Na ja – / alter Trottel was willst Du noch / mehr – Gespräche mit Dean u. Conway / u. Quappi ganz nett – war eben / Nachmitt auf Spaziergang durch / Frühlingswind sehr deprimirt. Nasen / u. Beinschmerzen Resignation / Finischsehnsucht. Rückkehr / nach Holland beherrschten / das Gehirn über Esquirecinema / im Dunklen mit viel Bussen / sehr melancholisch zurück, / wo ich Q. in ähnlicher Stimmung antraf [li. Rand, 90 Grad gedreht:] Peterfrau u. Minna schrieben [re. Rand, 90 Grad gedreht:] Abend mäte natürlich d. Hammel
Conway: Fred Conway.
Studio: en Atelier. Fred Conways Ateliers befand sich in der Washington University School of Fine Arts in Bixby Hall.
Dean: Kenneth E. Hudson.
romatischen Bilder: Romantischen Bildern. Max Beckmanns Charakterisierung von Conways bisweilen sehr zarten, teils abstrakt wirkenden Gemälden.
Meatrans [?]: Lokal nicht ermittelt, evtl. Medart’s am South Kingshighway.
Andrea: Andrea Knight.
Quappi/Q.: Mathilde Q. Beckmann.
Finischsehnsucht: en finish, Ende, Sehnsucht nach dem Ende.
Rückkehr nach Holland: Max Beckmann erwog die Rückkehr in die Niederlande, vgl. 18.02.1948.
Esquirecinema: Im Esquire Theater liefen folgende zwei Filme: „High Wall“, 1947, Regie Curtis Bernhardt, und „Mary Lou“, 1948, Regie Arthur Dreifuss, vgl. St. Louis Post-Dispatch.
Peterfrau: Brief von Maja Beckmann, nicht ermittelt.
Minna: Brief von Minna Beckmann-Tube, nicht ermittelt.
Abend ... Hammel: Gesang des Anthropologen und Amateurmusikers Oscar Lewis, der unter Mathilde Q. und Max Beckmann wohnende Nachbar, vgl. Eintrag vom 30.03.1948 sowie zur Identifizierung des Nachbarn vgl. Eintrag vom 03.04.1948.