Boston / Nach vielen Morgen ach u. Wehgeschrei / und Gegacker v. Maruschka erschien Q. / vom Tannhauser Gastzimmer und wir / fuhren im Auto ~erst Schule Dirktor ect~ nach Harvard univerity / wo ein Herr Rosenberg oder so uns in Empfang / nahm und wir Newberrys Exposition mit / Beckmanns u. Grafikexpressionism v. Rosenberg / bewundern mußten. Lunch später mit / Prof. Köhler. H. u. <Frau> Rosenberg (geb. Husserl) / und joung Man , der sich als Beckmann- / besitzer vom Swimingpool Kap Martin und / zukünftiger Museumsdirektor v. Harvardmuseum / herausstellte. Gespräche äußerst dürftig / (deutsch) Köhler früher in Weimar (Geschrei über / junge Männer am Meer) Maruska einigen / Blödsinn später ich noch allein b. Rosenberg / mit meiner Grafik. – Naja – Ich dann noch / allein in Harvard nettes Städtchen und zurück / im Auto an schönen Hafenfluß wieder / zu Swarzis (o Gott). Irgendwann war / noch Besuch bei dickem Gastfreund tannhauser. / Abends dann das was ich verkehrter / Weise hier links aufschrieb [gefiederter Pfeil nach li.] In der Zeit / saßen wir oder schliefen / wir noch in d. Bahn! [li. Rand, 90 Grad gedreht:] d. Morgens holte Zerbe uns zum netten Kunstschuldirektor / sah meine Bilder / <schön> / das beste
Maruschka/Maruska: Marie Swarzenski.
Q.: Mathilde Q. Beckmann.
Tannhauser Gastzimmer: Mathilde Q. Beckmann war bei Franziska und Siegfried J. Thannhauser untergebracht, vgl.Beckmann Agenda.
Schule Dirktor: Russell Smith, Direktor der School of the Museum of Fine Arts in Boston.
Herr Rosenberg oder so: Jakob Rosenberg, Leiter der Graphischen Sammlung des Museum of Fine Arts in Boston.
Newberrys Exposition mit Beckmanns u. Grafikexpressionism v. Rosenberg: Ausstellung „Drawings and water colors. XIX and XX centuries, from the collection of John S. Newberry“, die vom 12.02.1948 bis 31.03.1948 im Fogg Museum, Harvard Art Museums, in Cambridge stattfand. Den Besuch des Fogg Museum hatte Max Beckmann irrtümlich im vorliegenden Eintrag notiert, er fand allerdings am 12.03.1948 statt, vgl. Eintrag vom 12.03.1948.
Prof. Köhler ... Meer: Wilhelm Koehler hatte in Harvard eine Professur inne und war von 1918 bis 1932 Direktor der neu gegründeten Staatlichen Kunstsammlungen Weimar gewesen, in deren Besitz sich auch Max Beckmanns „Junge Männer am Meer“, MB-G 018, befinden.
H. u. Frau Rosenberg (geb. Husserl): Jakob Rosenberg war verheiratet mit Elisabeth Husserl, der Tochter Edmund Husserls.
joung Man ... Beckmann besitzer und zukünftiger Museumsdirektor: en young, jung. John P. Coolidge besaß das Gemälde „Schwimmbad Cap Martin“, MB-G 671, und wurde 1948 Direktor des Fogg Museum.
Harvard nettes Städtchen: Gemeint ist Cambridge. Die Fahrt nach Cambridge hatte Max Beckmann irrtümlich im vorliegenden Eintrag notiert, sie fand allerdings am 12.03.1948 statt, vgl. Eintrag vom 12.03.1948.
Hafenfluß: Charles River.
Swarzis: Marie und Georg Swarzenski.
Gastfreund tannhauser: Siegfried J. Tannhauser, Mathilde Q. Beckmanns Gastgeber, s. o.
Abends dann ... [gefiederter Pfeil nach li.]: Besuch der irrtümlich im Eintrag vom 10.03.1948 erwähnten Burlesque-Vorstellung, vgl. Eintrag vom 10.03.1948