Blomington / [CLEAR] / Blomington ist ein reizendes / Städtchen, aber die „Jury“ über / Prints u. Drawings war unsterblich / langweilig, viel zu viel „Tapeten“ / mußte ansehen w. Swinegel refüsirt / wurde u. konnte Waren Brandt / noch gerade retten. Sehr langweilig alles / da die beiden „Oberlehrer“ die Sache sehr / „ernst“ nehmen. – Es war aber wirklich / nicht viel da, was ernst zu nehmen ist – / °Mi° Lunch mit einer Horde auch / Cola ect. wichtig tuerische Grafiker / und – – nein ich kann nicht alle / aufzählen. Nachm. wieder Jury mit / Preisverteilung – O Gott – nie / wieder – dann Coctailpartie / bei Hope mit viel Picasso und / zirka 30 Menschen deren Name ich / wieder vergessen habe. 2 hübsche Studiens / women trösteten mich etwas. Zwillinge / von Mr. Hope im Glaskasten konnte / ich mir nicht ansehen. Abends rannte / alles in ein Concert v. Sirkin. Ich / ging in's Hotel – alle können / mich – – – gern haben.
Blomington: Bloomington.
„Jury“ über Prints and Drawings: Max Beckmann war Mitglied der Jury für die Arbeiten der Student:innen der Indiana University Bloomington. Er erhielt bereits im Januar die Einladung, vgl. Eintrag vom 29.01.1948.
„Tapeten“: Abfällige Bezeichnung Max Beckmanns für dekorative oder abstrakte Kunst einiger Student:innen.
Swinegel refüsirt: Werner Drewes, Kontext nicht ermittelt. Die Jury beurteilte nur Werke von Student:innen. Vgl. Eintrag vom 05.05.1948, in dem Max Beckmann schreibt, Janson sei in Bloomington refüsiert worden.
Waren Brandt: Warren Brandt.
die beiden „Oberlehrer“: Vermutl. Jurymitglieder, nicht ermittelt.
Cola: Cola Heiden.
wichtig tuerische Grafiker: Personen nicht ermittelt.
Hope mit viel Picasso: In der Sammlung von Henry R. Hope befanden sich u. a. folgende Werke von Picasso: „Krug und Kerze“, 1937, und „Das Atelier“, 1934, beide heute neben anderen Werken aus der Sammlung Hope im Sidney and Lois Eskenazi Museum of Art der University of Indiana in Bloomington (Inv.-Nr. 2001.23 und Inv.-Nr. 69.55).
Studiens women: en women students, Studentinnen.
Zwillinge von Mr. Hope im Glaskasten: Die neugeborenen Zwillinge Ray und Roy Hope (* 1948) lagen vermutl. noch in einem Inkubator in der Klinik. 1950 schuf Max Beckmann das Gemälde „Gruppenbildnis Hope“, MB-G 822, auf dem auch die beiden Kleinkinder zu sehen sind.
Concert v. Sirkin: Konzert des Pianisten Rudolf Serkin, das Mathilde Q. und Max Beckmann nicht besuchten, vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda.