3. Mai 19483. Mai 1948

St. Louis / [CLEAR] / In „<Scool>“ / heftig am „<Masquerde>“ / wird jetzt was / noch etwas am Wally / der sich auch seinen / Wally ansah. Brief / cam aus Cuba wegen / Einreisepapieren, wird / noch viel Unangenehmes / geben, glaube nicht, daß / wir im Herbst zurück kommen / Abends in 2 schlechten / Filmen. Piper schickte / Vormittag / nett

„Scool“: Beckmann war in seinem Atelier in der Washington University School of Fine Arts in Bixby Hall.
„Masquerde“: „Maskerade“, MB-G 765.
Wally, der sich auch seinen Wally ansah: Walter Barker besah im Atelier das „Bildnis Walter Barker“, MB-G 768.
Brief cam aus Cuba: Brief nicht ermittelt, vermutl. amtliches Schreiben aus Kuba, die Wiedereinreise von Mathilde Q. und Max Beckmann in die USA betreffend. Das Ehepaar Beckmann plante zeitweise eine Wiedereinreise in die USA über Mexiko oder Kuba, um die vorläufige in eine permanente Aufenthaltserlaubnis umzuwandeln, vgl. Eintrag vom 25.03.1948. Die zuständigen Konsulate waren kontaktiert worden.
glaube nicht, daß wir im Herbst zurückkommen: Immigration Visa waren schwer zu bekommen und der Antrag hatte ein halbes bis ganzes Jahr Vorlauf. Vgl. Brief von E. C. Stillman von der Belgian American Educational Foundation an Kenneth E. Hudson vom 03.05.1948, erhalten in den Washington University Libraries: „My own impression would be that Mr. Beckman [sic!] is not likely to be able to obtain his visa in time to return from Holland for the fall semester. Usually one has to figure on six months to a year for all the formalities [...] to be done before the issuing of an immigration visa.“ („Mein persönlicher Eindruck ist, dass Herr Beckman [sic!] sein Visum wahrscheinlich nicht rechtzeitig erhalten wird, um für das Herbstsemester aus Holland zurückzukehren. Normalerweise muss man mit sechs Monaten bis zu einem Jahr rechnen, bis alle Formalitäten [...] erledigt sind, bevor ein Einwanderungsvisum ausgestellt wird.“)
Piper schickte Vormittag: Reinhard Piper hatte Max Beckmann den ersten Teil seiner Lebenserinnerungen mit dem Titel „Vormittag“, geschickt. In Max Beckmanns Bibliothek befand sich dieses Exemplar des Buches, das eine Widmung Pipers an Max Beckmann vom 02.04.1948 enthält.
Abends in 2 schlechten Filmen: Filme nicht ermittelt. Im Apollo Theater, Max Beckmanns Stammkino, liefen folgende zwei Filme: „Dark Passage“, 1947, Regie Delmer Davis, und „Sleep, my Love“, 1948, Regie Douglas Sirk, vgl. St. Louis Post-Dispatch.

  • MB-G 765
  • MB-G 768

St. Louis, Washington University Libraries, Special Collections;Kinoprogramm in: St. Louis Post-Dispatch, 03.05.1948;Max Beckmann Archiv, Max Beckmanns Bibliothek: Reinhard Piper: Vormittag. Erinnerungen eines Verlegers. R. Piper &amp; Co. Verlag, München 1947;

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1948, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1948/3815