kalt / Größerer Spaziergang / zum jüdischen Friedhof, / nachher entdeckt durch / Deanin im Auto aber / refüsirt. Spaziergang / sehr melancolisch im / eisgrauen Winterhimmel / – Den Tag sonst über / gut, aber Abends zweimal / heftigen Anfall von / Brustweh, so daß eigentlich / überzeugt von schwerer Herz- / krankheit. Rauche / nur noch could – –
jüdischen Friedhof: Von Max Beckmanns Wohnung am Millbrook aus lag der Chesed Shel Emeth Cementery südlich des Olive Boulevard am nächsten. Der größte der jüdischen Friedhöfe in St. Louis ist der United Hebrew Cemetery an der Canton Avenue. Zu diesem wäre es ein etwa einstündiger Fußweg von Beckmanns Wohnung aus gewesen.
Deanin … refüsirt: Gwen Hudson, die Ehefrau des Dekans Kenneth E. Hudson, sah Max Beckmann vom Auto aus und hielt an.
Brustweh: Herzbeschwerden. Max Beckmann litt unter Angina Pectoris.
rauche ... could: Max Beckmann hatte die Zigarettenmarke gewechselt und rauchte nun „Kool“-Zigaretten, vgl. Anmerkungen von Mathilde Q. Beckmann in Tagebücher 1940–1950. Die Mentholzigaretten galten damals irrtümlicherweise als vergleichsweise „gesund“.
Max Beckmann. Tagebücher 1940–1950. Zusammengestellt von Mathilde Q. Beckmann. Herausgegeben von Erhard Göpel. München/Zürich (durchgesehene Neuausgabe) 1987, S. 303;
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1948, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv