5. Apr 19495. April 1949

wieder St. Louis / [CLEAR] / Kurz nach 7 nach ziemlich / mittelmäßiger Romettenacht / wieder in Millbrook v. Q. u. B. / sehr herzlich empfangen. Ganze / Sache war doch recht nett. – 1 Stunde / geruht und dann sofort in’s Studio / und „<Beginning>“ <endlich> / wirklich fertig gemacht – – – / !! <Schön geworden> !!! / Nachmittagsschlaf X / Abendspaziergang mit Gold / und Niggerwolken / Um 10 Uhr kam <<Telegram>> / aus <<Washington>> <<Corcoran>> / offer <800> für <Valkury>. / Dann Telef. mit verschl. u. bezechten / Kurt zu wenig?! Entscheidung morgen

Romettenacht: en roomette, Nacht im Zugabteil mit ausklappbaren Betten.
Milbrook: Millbrook Boulevard, heute Forest Park Parkway, die Adresse von Max Beckmanns Dienstwohnung in St. Louis.
Q. u. B.: Mathilde Q. Beckmann und Butchy.
Studio: Max Beckmann ging in sein Atelier in Bixby Hall.
Beginning ziemlich wirklich fertig: Arbeit an „The Beginning“, MB-G 789.
X: Vermutl. Zeichen für sexuelles Erlebnis.
Gold und Niggerwolken: Vermutl. Abendsonne schwarze Wolken (?). Das N-Wort ist eine kolonial-rassistische Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen, die im damaligen Sprachgebrauch üblich war.
Washington Corcoran offer … Valkury: en offer, Angebot. Vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda: „Haben auch ein Bild verkauft auf d. Bienale in Washington, die ‚Walkyre’“. Laut New York Times vom 26.03.1949 eröffnete an diesem Tag in der Corcoran Gallery of Art in Washington, D. C., die 21. „Biennial Exhibition of Contemporary American Oil Painting”. Die Ausstellung versammelte 187 Gemälde. Da Max Beckmann kein US-Bürger war, waren seine Werke auf der Schau nicht vertreten, vgl. Eintrag vom 28.03.1949. „Die Walküre“, MB-G 764, jetzt Privatbesitz, wurde also nicht auf der Ausstellung, sondern über die Buchholz Gallery Curt Valentin an Lawrence Heller, Washington, D. C., verkauft. Über Heller und seine Sammlung vgl. https://research.frick.org/directory/detail/3928. Vgl. Bilderliste „verk. Washington“. Auf der Liste der Einnahmen für 1949 notierte Max Beckmann den Betrag von 400 $ für das Bild, Curt Valentin behielt also 50% des Erlöses ein.
Kurt: Curt Valentin.

  • MB-G 764
  • MB-G 789

Mathilde Q. Beckmann Agenda, 05.04.1949. Agenden 1941–1950 (1942 nur als Transkription), Privatbesitz;Max Beckmann Bilderliste Heft II, Einnahmen 1949. Bilder ab nuar 1934 Berlin von Beckmann. Einnahmen seit Amsterdam 1937. Tagebuch 1940/41, Max Beckmann Archiv

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1949, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1949/2261