St. Louis / Morgens noch etwas müde / aber besser in Scool und Studio / Erst „Gewitter“ fertig gemacht / dann con fucco die Lilien – / auch etwas am Conway noch / vieleicht letzterer nicht endgiltig / Dann nach dem N. Schlaf / zu Fuß in’s Studio wo / Q schon war. Alles rein- / gemacht Abends dann / Cinema wo in einem / 1648 eine fürstliche Cocotte / mich heftig an Emy aus / Amsterdam erinerte War / doch eine reizende Frau. Großes / Gewitter als wir in Cinema waren [li. Rand, 90 Grad gedreht:] Traf Dean in’s Auto steigend u. roten Kopf bekommen – [re. Rand, 90 Grad gedreht:] °B° Peter schrieb ziemlich beruhigend über m. Schmerzen
in Scool und Studio: Beckmann war in der Washington University School of Fine Arts und in seinem Atelier, beides in Bixby Hall.
„Gewitter“: Das Gemälde „Jupiter“, MB-G 791, beendete Max Beckmann laut Bilderliste am Vortag, arbeitete nun aber erneut daran.
con fucco: it con fuoco, wörtl. mit Feuer. Vortragsanweisung aus der Musik, heftig, schnell.
Lilien: „Stilleben mit Schwertlilien“, MB-G 795.
Conway: „Bildnis Fred Conway“, MB-G 792.
N. Schlaf: Nachmittagsschlaf.
Studio ... rein gemacht: Wegen seines bevorstehenden Umzugs nach New York fingen Mathilde Q. Beckmann und Max Beckmann an, das Atelier in Bixby Hall aufzuräumen und zu säubern.
Cinema ... 1648 ... fürstliche Cocotte: Film: „The Gallant Blade“, 1948, Regie Henry Levin. Der Film lief im Apollo Theater, vgl. St. Louis Post-Dispatch, 23.05.1949. Der Film spielt im Frankreich des 17. Jahrhunderts, eine der Darstellerinnen erinnerte Max Beckmann an „Emy“, eine nicht ermittelte Person, die er aus Amsterdam kannte.
Dean: Kenneth E. Hudson.
Peter: Brief von Peter Beckmann vom 19.05.1949, erhalten im Max Beckmann Archiv. Max Beckmann litt an Angina Pectoris, in dem Brief an seinen Sohn ging es u. a. um seine Herzbeschwerden.