24. Mai 194924. Mai 1949

St. Louis / [CLEAR] / Das Leben geht weiter / hm ta ta hm ta ta / Curt wieder Erpresserbrief von / beinahe 1000 $ Plastikguß ect. / schrieb ihm nicht Anerkennung und / schenkte ihm Hotel de l’Ambre / Tja – – / sonst? Noch stark am / Coway. – Vieleicht wirklich / gut / Kalt, unangenehm strahender kalter Tag X

1000 $ Plastikguß: Curt Valentin hatte Max Beckmanns Plastiken, die dieser in Gips aus Amsterdam in die USA mitgenommen hatte, in New York in Bronze gießen lassen. Die Kosten hierfür sollte, so forderte Max Beckmann, Valentin übernehmen. Vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda: „Tiger auch deprimiert über Brief von Curt wegen Bronzegußkosten.“ Es ist nicht ermittelt, welche seiner bis Plastiken Curt Valentin gießen ließ, vermutl. alle (?). Bis zu diesem Zeitpunkt waren folgende Plastiken entstanden: „Mann im Dunkel“, MB-P 1, „Tänzerin (Spagat)“, MB-P 2, „Kriechende“, MB-P 3, „Selbstbildnis“, MB-P 4 und „Adam und Eva“, MB-P 5. Die finanzielle Situation der Beckmanns war durch den neuen Mietvertrag für die teurere Wohnung in New York, eine Kaution und die Umzugskosten sehr angespannt.
Hotel de l’Ambre: Max Beckmann schenkte Curt Valentin für dessen Hilfe bei der Wohnungssuche das Gemälde „Hotel de l’Ambre“, MB-G 783, das sich seit März bei diesem in New York befand, vgl. Brief von Curt Valentin an Max Beckmann vom 07.03.1949, erhalten in den Archives of American Art, Washington, D. C. Darin bestätigte dieser den Erhalt dieses und vier weiterer Gemälde. Vgl. Brief an Curt Valentin vom 24.05.1949, vgl. Max Beckmann Briefe III. Darin erklärte Beckmann, dass er den Preis für den Bronzeguss nicht tragen werde, da dieser auf Valentins Wunsch erfolgt sei.
Coway: „Bildnis Fred Conway“, MB-G 792.
X: Vermutl. Zeichen für sexuelles Erlebnis.

  • MB-G 792
  • MB-G 783

Max Beckmann Briefe. Herausgegeben von Klaus Gallwitz, Uwe M. Schneede und Stephan von Wiese unter Mitarbeit von Barbara Golz. Band III: 1937–1950. Bearbeitet von Klaus Gallwitz unter Mitarbeit von Ursula Harter. München/Zürich 1996, Nr. 927;Mathilde Q. Beckmann Agenda, 24.05.1949. Agenden 1941–1950 (1942 nur als Transkription), Privatbesitz;Max Beckmann papers, 1917–1954, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D. C.;

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1949, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1949/2311