°ZZZ° 75 / So ganz langsam fängt man / an sich zu acclimatisiren. Morgens / Besuch mit Ziegrich im Artschool – na / Gott dasselbe Teater wie immer Hoffentlich / wird mich die Ersatz Directorin nicht ärgern / eine von den Teacherinnen ganz hübsch / Alles gemacht noch mit großer Müdigkeit / Nachher in dollster Sonnenstichhitze von / Mrs. Lindström zur Nationalbank / Cheks abgeliefert. Erstes Mal / Omnibus benutzt. – Zu Hause mühsames / eingewöhnen in eigentlich recht netter / Spießerwohnung. – Ich dann herrlich / ersteren größeren Alleinspaziergang / bis <Ha[...]R> ~Houtaukwa~ verfl [?] Name dicht [?] / bei Ziegerich. – Übrigens großartige / Farben in Himmel u. Blumen und / eine etwas schauerliche Heiterkeit in d. / Natur – aber – bitte – Abends / friedlich im kl. Baisl omlette spanish / etc. gegessen und um 9 Uhr mit Buss [?] / (zu früh d. Q. ausgeht) nach Haus / Isis.
75: Ab dem 16.06.1949 zählte Max Beckmann die Tage bis zur Abreise nach New York herunter.
Ziegrich: Alden F. Megrew. Megrew zeigte Max Beckmann die University of Colorado Art School, wo er seinen Sommerkurs geben würde, vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda.
Ersatz Directorin: Muriel Sibell Wolle.
Teacherinnen: en teacher, Lehrerinnen. Vermutl. traf Max Beckmann zum ersten Mal die Kollegin Dorothy L. Eisenbach, die ebenfalls an der Art School Malerei unterrichtete. Unter den weiblichen Lehrkräften war auch die Gastprofessorin Maud Ellsworth von der University of Kansas und Kady Faulkner von der University of Nebraska. Vgl. University of Colorado Bulletin, Summer Quarter 1949, Boulder, Colorado, 1949, S. 4.
Mrs. Lindström: Eleanor Lindstrom.
Spießerwohnung: Die Adresse Beckmanns war 969 12th Street. Vgl. Brief von Mathilde Q. Beckmann an Hedda Schoonderbeek vom 21.06.1949, erhalten im Max Beckmann Archiv. Darin beschrieb sie die Wohnung und zeichnete einen Grundriss der Räume. Dem Brief lagen zwei Fotos des Hauses bei.
Hautaukar: Chautauqua, Stadtteil von Boulder.
Baisl: österr. das Beisl, Wirts- oder Gasthaus, nicht ermittelt.
Q.: Mathilde Q. Beckmann.
Isis: Lektüre von Helena P. Blavatskys „Die entschleierte Isis“. In Max Beckmanns Bibliothek befand sich ein Exemplar des Buches.