18 / Boulder / Die Gespenster ~meiner~ alter Bilder, die längst nicht / mehr vorhanden sind, durchgeistern noch / immer die Zeitungen. Fast wie / ich selber, dessen Tagetraum sich langsam / immer mehr auflöst und zu einem / resignirten auf Deuwel komm raus mit / herabgezogenem Mundwinkel sich mühsam / fortwurstelnden Lebenstanz wurde / Sah heute Abend auf der Kinotoillette / mein eigenes Abbild o my und / unerhörter Eckel durchflutete / mein Herz, was auch nicht ver- / hinderte 1 Stunde später mit / Melancholie an eine nicht erreich- / bare erotische Sensation (Wasser / und Sky) zu denken. O schmach- / volle Existenz deren Lebenswillen / einen immer wieder in den Lebens- / dreck zieht. – seit Millionen Jahren / und noch Millionen. Trotzdem kann / auch nicht der ewige Jubel des / Nirwana einen mit Begeisterung / erfüllen – Netter Brief von / Peter, ja ja wir sind / berühmt –
18: Ab dem 16.06.1949 zählte Max Beckmann die Tage bis zur Abreise nach New York herunter.
Gespenster meiner alter Bilder … Zeitungen: Beckmann sah Abbildungen von einigen seiner älteren Werke in Zeitungen. Konkrete Artikel sind nicht ermittelt.
Kinotoilette: Mathilde Q. und Max Beckmann sahen sich zwei Filme an, vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda: „Später im Kino, 2 recht gute Filme mal kein Wildwest!“ Filme und Kino nicht ermittelt.
Sky: en Himmel.
Brief von Peter: Brief von Peter Beckmann vom 03.08.1949, erhalten in den Archives of American Art, Washington, D. C.
Mathilde Q. Beckmann Agenda, 10.08.1949. Agenden 1941–1950 (1942 nur als Transkription), Privatbesitz;Max Beckmann papers, 1917–1954, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D. C.;
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1949, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv