[°Saturday, March 4, 1950°] °Freitag° [March] <3> <Freitag> / °Sonnabn 4° März / (Nicht gearbeitet) / Mit Court geluncht, ~im Drake~ / der ganz großer aber / freundlich grinsender Artdealer / war – Guten Fisch – aber / sonst nicht’s Neues. / Nachm. beehrten mich Rüsselschw. / und Ph. G. Letzerer / symphatischer als man dachte / sehr confus u. scheint v. Leben bedrückt / Um 6 Uhr nach 2 Whiskis / Schluß. Sonst nicht’s Neues / als, daß meine Anverwandten in / München für <20 000> M. Beckmanbilder / verkauft haben
Freitag 3.: Max Beckmann hatte die Seite mit dem Vordruck für Donnerstag, den 02.03.1950 versehentlich überblättert, daher verschoben sich die nachfolgenden Einträge. Eintrag vom 03.03.1950.
Court: Curt Valentin.
Drake: Im Restaurant des Drake Hotel.
Artdealer: en art dealer, Kunsthändler.
Rüsselschw.: Rüsselschwein, Beckmanns Spitzname für Horst W. Janson.
Ph. G.: Philip Guston. Max Beckmann traf Philip Guston zum ersten Mal persönlich. Er hatte dessen Stelle an der Washington University in St. Louis vertreten. Da sich Guston lange Zeit nicht festlegen wollte, ob und wann er dorthin zurückkehren würde, war Beckmann wegen der daraus für ihn resultierenden finanziellen Ungewissheit nicht gut auf ihn zu sprechen gewesen.
meine Anverwandten ... für 20 000 M Beckmannbilder: Vgl. Brief von Günther Franke an Max Beckmann vom 24.02.1950, erhalten in den Archives of American Art, Washington, D. C. Darin berichtete er von dem Verkauf zweier Bilder aus dem Besitz von Peter Beckmann: „Landungskai im Sturm“, MB-G 432, sei für 7000 DM und die „Eisenbahnandschaft mit Regenbogen“, MB-G 600, für 6000 DM verkauft worden. Die Summe, die Beckmann nannte, lässt vermuten, dass noch ein weiteres Bild verkauft wurde, das Franke in seinem Brief nicht aufgeführt hat.
Brief von Günther Franke an Max Beckmann, 24.02.1950, Max Beckmann papers, 1917–1954, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D. C.;
Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1950, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv