6. Mär 19506. März 1950

Montag °ZZZ° ~6~ März 1950>> / In scool alles in Ordnung Drug fight / very fany. – Aber noch zu windig für / Park. Besuch aus <Cuba> – Fernandez / und C<<o>> überaschte nach dem Essen. Post kam / aus Zürich u. Washington u. Illinois. / Nette farbige Reproduction im Cataloge. / Den Nachm. mit <Man u. Vogel> hingebracht / Abends etwas Göthe von Ferne – [re. Rand, 90 Grad gedreht:] Träumte grotesk v. HiM. – – – / in the night.

scool: Unterricht in der Brooklyn Museum Art School.
Drug fight: en Drogenkampf. Mit „Drug“ bezeichnet Max Beckmann meist den „Drugstore“, in dem er einen Imbiss oder Kaffee zu sich nahm. Kontext nicht ermittelt.
very fany: en very funny, sehr lustig.
Man u. Vogel: „Mann mit Vogel“, MB-G 820.
Cuba – Fernandez und Co: Besuch zweier Künstler aus Kuba, einer davon mit Namen Fernandez, Personen nicht ermittelt. Die beiden interviewten Max Beckmann für eine kleine, vermutl. kubanische Kunstzeitschrift, nicht ermittelt. Vgl. Mathilde Q. Beckmann Agenda.
Post ... aus Zürich: Brief von Hans Bolliger an Max Beckmann vom 02.03.1950, der sich für die von Max Beckmann geschickten biographischen Informationen bedankte, vgl. Brief an Hans Bolliger vom 17.01.1950, vgl. Max Beckmann Briefe III. Bolliger arbeitete am dritten Band der bei Skira erscheinenden „Histoire de la Peinture Moderne“, über die sich Max Beckmann bereits kritisch geäußert hatte, vgl. Eintrag vom 17.02.1950.
Post ... Washington: Brief nicht ermittelt. Möglicherweise handelt es sich um ein Schreiben an John A. Pope von der American Federation of Arts, von dem sich zwei Briefe an Max Beckmann in den Archives of American Art, Washington, D. C. erhalten haben.
Post ... aus Illinois ... farbige Reproduction: Im Krannert Art Museum in Champaign, IL, fand von 26.02.1950 bis 02.04.1950 die Gruppenausstellung „Third Annual Exhibition of contempo­rary American Painting“ statt, in der Max Beckmanns Gemälde „Landschaft mit drei Palmen (Beaulieu)“, MB-G 743, gezeigt wurde. Max Beckmann erhielt vermutl. im Kontext mit dieser Ausstellung Post. Das Gemälde war im zugehörigen Ausstellungskatalog abgebildet.
Göthe von Ferne: Vermutl. Lektüre eines nicht ermittelten Werks von Johann Wolfgang von Goethe, von dem Max Beckmann mehrere Bücher in seiner Bibliothek besaß.
träumte ... HiM: Vermutl. stand der Traum im Zusammenhang mit dem Protagonisten Hsi Men aus einem von Max Beckmanns Lieblingsbüchern, „Kin Ping Meh“. In Max Beckmanns Bibliothek befand sich ein Exemplar des Buches.
in the night: en in der Nacht.

  • MB-G 820

Mathilde Q. Beckmann Agenda, 06.03.1950. Agenden 1941–1950 (1942 nur als Transkription), Privatbesitz;Max Beckmann papers, 1917–1954, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D. C.;Max Beckmann Briefe. Herausgegeben von Klaus Gallwitz, Uwe M. Schneede und Stephan von Wiese unter Mitarbeit von Barbara Golz. Band III: 1937–1950. Bearbeitet von Klaus Gallwitz unter Mitarbeit von Ursula Harter. München/Zürich 1996, Nr. 974;Max Beckmanns Bibliothek, Max Beckmann Archiv: Kin Ping Meh oder die Abenteuerliche Geschichte von Hsi Men und seinen sechs Frauen. Aus dem Chinesischen übertragen von Franz Kuhn. Insel-Verlag Leipzig o. J.;Johann Wolfgang von Goethe: Aus Goethes Tagebüchern. Ausgewählt und eingeleitet von Hans Gerhard Gräf. Insel-Verlag Leipzig 1918;Johann Wolfgang von Goethe:Das Tagebuch. Axel Juncker Verlag Berlin 1919;Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Briefe an Frau von Stein. Ausgewählt und herausgegeben von Julius Petersen. Insel-Verlag Leipzig 1909;Johann Wolfgang von Goethe: Goethes sämtliche Werke, 31. Band. Mit Einleitungen von Karl Goedeke. J. G. Cotta’sche Buchhandlung Gebrüder Kröner Stuttgart;Johann Wolfgang von Goethe:Römische Elegien. Mit Zeichnungen von Yngve Berg. Nachwort von Ernst Beutler. Frankfurt a. M. Bauersche Gießerei 1938;

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1950, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1950/4393