9. Jan 19509. Januar 1950

N Y X / Nachmitt 6 ½ großer Busterbesuch / mit viel Bilderzeigen / Na er war nett. Q behauptet / auch verständnisvoll / (fallender Mann u. Boulder) / aber kaufte nicht. – Schadt / nicht’s. Abendessen im Chataue / briand mit Fre~i~dmann und / Clicot sehr üppig. War / nur etwas müde – / Morgens nette scool mit / allen wiederkehrenden Kräften / und schön bei den Squirls / die meistens nicht da waren / Alles in allen netter Tag / u. H. S. Gaudens schrieb 2. Carneggie / nächst Jear ha!, ha!

Busterbesuch: Morton D. May kam zu Besuch, sah sich Max Beckmanns neuere Bilder an und zeigte diesem seine eigenen. May malte selbst und Beckmann hatte bereits in St. Louis seine Werke kritisiert und z. T. direkt mit Kohle in diese hineinkorrigiert. In einem Interview mit Walter Barker 1970 erinnerte sich May daran, dass er auf Dienstreisen nach New York gelegentlich einige seiner eigenen Gemälde im Flugzeug mitnahm, um sie Beckmann zu zeigen: „He wanted to see my paintings and looked at my pictures and criticized them for me and then showed me any new pictures he had done or what he had in his studio.” Mit „Bilderzeigen“ sind folglich die Bilder beider gemeint, die sie sich gegenseitig zeigten.
Q: Mathilde Q. Beckmann.
fallender Mann: „Abstürzender“, MB-G 809.
Boulder: „Boulder-Felslandschaft“, MB-G 802. Das Bild erwarb May im Juli dieses Jahres.
Chatauebriand: Chateaubriand, französisches Restaurant.
Clicot: Veuve Clicquot, Champagnermarke.
scool: Unterricht in der Brooklyn Museum Art School.
Squirls: en squirrels, Eichhörnchen. Beckmann machte einen Spaziergang im Brooklyn Botanical Garden oder Prospect Park, beide lagen in unmittelbarer Nähe der Brooklyn Museum Art School.
H. S. Gaudens schrieb 2. Carnegie nächst Jear: en year, Jahr. Brief von Homer Saint-Gaudens an Max Beckmann vom 05.01.1950, erhalten in den Archives of American Art, Washington, D. C. Darin regte er an, den Erfolg des preisgekrönten Gemäldes „Großes Frauenbild. Fischerinnen“, MB-G 777, im laufenden Jahr in der neu aufgenommenen Sektion „International Art“ zu wiederholen: „We met with such success with your painting in the American show last year, that I would like to have you try for a repetition of it next fall when we resume the International series. It will be my last exhibition before I retire, so I am especially eager to see that it is of the highest order. As the prize series is a new one, it would please me very much if you were to win two first prizes in a row, and set a record.“

  • MB-G 809
  • MB-G 802

Max Beckmann papers, 1917–1954, Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D. C.;Typoskript des Interviews von Walter Barker mit Morton D. May vom 05.07.1970, Walter Barker Estate (Courtesy of Lynette Roth with permission of Emily Barker), S. 3;

Besitzer: Max Beckmann, Tagebuch 1950, New York, Columbia University, Rare Book and Manuscript Library
Zitierhinweis: Max Beckmann Tagebücher, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Max Beckmann Archiv
Permalink: https://www.beckmann-tagebuecher.de/1950/4401